Tiergestützte Pädagogik
Das Meerschweinchen schnuppert vorsichtig an der Hand des Kindes, kommt näher und
lässt sich streicheln. In diesem Moment geschieht Lernen – ganz ohne Arbeitsblatt. So
beginnt oft tiergestützte Pädagogik.
Tiergestützte Pädagogik bedeutet, dass Tiere bewusst in den Unterricht und in
pädagogische Angebote eingebunden werden. Sie ist Teil eines ganzheitlichen
Unterrichtskonzeptes. Kinder lernen dabei nicht nur mit dem Kopf, sondern mit allen
Sinnen. Sie beobachten, fühlen, bewegen sich und sprechen miteinander. Lernen wird
lebendig.
Die Idee geht zurück auf den Kinderpsychotherapeuten Boris M. Levinson, der in den
1960er Jahren entdeckte, wie positiv Tiere auf Kinder wirken können. Heute wird dieser
Ansatz in vielen Schulen und Einrichtungen genutzt und weiterentwickelt.
Beziehung zwischen Mensch und Tier
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Tiere begegnen Kindern
ohne Vorurteile. Sie bewerten nicht und stellen keine Bedingungen. Ein Hund fragt nicht
nach Noten. Ein Kaninchen lacht niemanden aus.
Diese wertfreie Begegnung schafft Vertrauen und viele Kinder fühlen sich dadurch
angenommen und sicher. Das stärkt ihr Selbstvertrauen. Wenn Kinder ein Tier versorgen,
übernehmen sie Verantwortung. Sie geben Futter, wechseln Wasser, reinigen den Stall
oder führen einen Hund an der Leine. Dabei lernen sie: Ein Tier hat Bedürfnisse. Es
braucht Ruhe, Pflege und Respekt. Die Kinder üben Geduld und Rücksicht. Sie lernen,
genau hinzuschauen und Signale zu verstehen. So wachsen Empathie und soziale
Kompetenz. Oft verändern sich auch leise Dinge. Ein unruhiges Kind wird ruhiger, wenn es
ein Tier streichelt. Ein schüchternes Kind traut sich, vorsichtig Kontakt aufzunehmen. Tiere
helfen, Ängste abzubauen und eigene Grenzen wahrzunehmen. Nähe entsteht langsam
und freiwillig. Gerade Kinder, die belastende Erfahrungen gemacht haben, finden im
Umgang mit Tieren Halt und Trost. Das Tier reagiert ehrlich und unmittelbar. Diese
Echtheit gibt Orientierung.
Gemeinsames Lernen
Tiergestützte Pädagogik unterstützt zudem das gemeinsame Lernen in einer vielfältigen
Gruppe. Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten können gleichermaßen teilnehmen. Für
das Tier spielt es keine Rolle, ob jemand viel oder wenig kann. Auch Kinder mit
körperlichen oder geistigen Einschränkungen erleben, dass sie mit einem Tier in
Beziehung treten können. Diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist sehr wertvoll.
Das Arbeiten mit Tieren bringt Bewegung in den Alltag. Kinder gehen nach draußen,
beobachten Natur und Jahreszeiten. Sie sprechen über artgerechte Haltung, über
Verantwortung und über den respektvollen Umgang mit Lebewesen. Themen wie Umwelt
und Nachhaltigkeit werden konkret und greifbar.
Gemeinsam stark
Auch die Stimmung in der Gruppe profitiert. Wer gemeinsam ein Tier versorgt, muss sich
absprechen. Aufgaben werden verteilt. Konflikte werden geklärt. Viele Erfahrungen zeigen,
dass Kinder im längeren Kontakt mit Tieren ruhiger werden und weniger aggressiv
reagieren. Das Tier wirkt verbindend.
Tiergestützte Pädagogik ist daher mehr als ein zusätzliches Angebot. Sie schafft
besondere Lernmomente. Sie verbindet Wissen mit Gefühl, Verantwortung mit Freude und
Gemeinschaft mit persönlichem Wachstum. Tiere bereichern den Schulalltag – leise,
ehrlich und wirkungsvoll.
Schulhunde
Schulhunde sind an der Bruder-Grimm-Schule ein besonderer Bestandteil des Schulalltags. Sie unterstützen die Schülerinnen und Schüler nicht nur beim Lernen, sondern tragen auch zu einer positiven und entspannten Atmosphäre im Unterricht bei. Durch den Kontakt mit den Hunden werden soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Verantwortungsbewusstsein und Empathie gefördert.
Schulponys
Unsere beiden Schulponys Hanneke und Hede nehmen im Alltag unserer Schule einen unverzichtbaren Platz ein. Mit ihrer ruhigen, zugewandten Präsenz schaffen sie besondere Lern- und Erlebnisräume, in denen Kinder erfahren dürfen, was Vertrauen, Achtsamkeit und Verantwortung wirklich bedeuten.
Die Schulreporter Mia und Jamil im Gespräch mit Frau Riehl
Ob wuselige Mäuse, neugierige Meerschweinchen oder sogar ein ehemaliger Alligator – im Schulzoo der Brüder-
Grimm-Schule ist immer etwas los. Die Schulreporter Mia und Jamil haben mit Frau Riehl gesprochen, die sich um die
Tiere kümmert. Dabei haben sie spannende Geschichten und überraschende Antworten erfahren.

